Thematische  Einführung



Ökologische Aspekte des Jatropha-Anbaus


Weitestgehend CO2-neutral, gut für die Energieversorgung, neue Ressourcen und Arbeitsplätze für Entwicklungsländer und ein guter Erosionsschutz für von Desertifikation (Wüstenbildung) bedrohte Böden?

Jatropha curcas scheint die die ultimative Antwort auf die Probleme des 21.Jahrhunderts zu sein. Doch bei differenzierter Betrachtung zeigt sich, dass die Vorstellung des Jatrophastrauchs, der in kargen und trockenen Gegenden dieser Welt unsere zukünftige Energieversorgung sichert, eher utopisch ist.

Wie bei jeder anderen Pflanze auch sind ein guter Boden und eine gute Bewässerung entscheidende Kriterien für die Ertragshöhe an Jatrophaöl. Außerdem gehen viele Experten davon aus, dass bei entsprechend hoher Nachfrage und höheren Weltmarktpreisen Kleinbauern aus wirtschaftlichen Gründen Jatropha auch auf fruchtbaren Böden anpflanzen. Dadurch gehen der häufig genannte Standortvorteil (karge Böden) sowie der Nonfoodvorteil (keine Verdrängung von Nahrungsmittel-Anbauflächen) der Jatrophapflanze verloren. Bereits heute ist der industrielle Anbau von Jatropha in Plantagen in zentralen gut erschlossenen Gebieten für die weltweite Vermarktung als problematisch anzusehen, da die Gefahr besteht, dass um an Subventionsgelder zu gelangen, ehemals landwirtschaftlich genutzte Acker- und Weidefläche als Ödland deklariert und zum „nachhaltigen“ Anbau von Jatropha genutzt werden. Die Folgen wären erhöhte Lebensmittelpreise als auch neue Brandrodungen durch die von ihren ursprünglichen Anbaugebieten verdrängten Kleinbauern.

Grundsätzlich kann Jatrophaöl dazu beitragen die CO2-Reduktionsziele in Deutschland zu erfüllen. Inwieweit der Import von Jatrophaöl aus Ländern, welche selbst fossile Brennstoffe importieren, aus klimagesichtspunkten optimal ist, scheint zumindest überlegenswert. Dies gilt selbstverständlich für andere Energiepflanzen in gleicher Art und Weise.

Dennoch weist Jatrophaöl gegenüber fossilem Heizöl erhebliche ökologische Vorteile auf, sofern die spezifischen Standortvorteile der Pflanze genutzt werden und das ökologische Potenzial der Pflanze ausgeschöpft wird. Strebt man eine nachhaltige Jatropha-Nutzung an, können neben den ökologischen auch wirtschaftlich und sozial positive Aspekte geltend gemacht werden
Inwieweit aber der Bau zentraler Anlagen vereinbar ist mit einer Förderung dezentraler Räume und der Realisierung von Perspektiven für die ländliche Bevölkerung, hängt von der gesamten Zielsetzung der Nutzung von Jatropha als Bioenergieträger ab und muss daher für konkrete Fragestellungen jeweils individuell beantwortet werden.


Wissenswertes
Pflanzenoel-BHKW
Beratung / Planung
Diskussionsforum
Newsletter
Konferenzen
Kontakt/Impressum